Über Uns

Die Idee für das Pinke Kollektiv entstand in der Nacht vom 04.10.2024 – während des Münchener Oktoberfests. Was dort medial als „überraschende Erkenntnis“ diskutiert wurde, war für viele von uns längst Realität: sexualisierte Gewalt auf Festen. Gleichzeitig wurde über etablierte Awareness-Konzepte und -Teams berichtet. Strukturen, die schützen, unterstützen und sichtbar machen, dass Übergriffe kein „Einzelfall“ sind. Und genau da wurde etwas schmerzhaft klar:

In Mainz gibt es das nicht.

Keine mobilen Awareness-Teams an Fastnacht.

Kein flächendeckendes Schutzkonzept bei Großveranstaltungen.

Kein strukturelles Auffangen dessen, was so viele von uns erlebt haben.

 

Denn die Wahrheit ist:

Fast jede FLINTA*-Person in unserem Umfeld hat Erfahrungen mit sexualisierten Übergriffen gemacht – auf Festen, im öffentlichen Raum, im Alltag. Und viel zu oft wird das als „Teil davon“ abgetan, als Reaktion auf das Kostüm, als alkoholbedingte Entgleisung.

Aber das ist es nicht - Und wir akzeptieren das nicht!

Während Mainz jedes Wochenende tausende Menschen beim Marktfrühstück zusammenbringt und Alkoholkonsum normalisiert, fehlt es gleichzeitig an Schutz, an Verantwortung und an Bewusstsein. Diese Lücke ist nicht nur auffällig – sie ist gefährlich.

 

Hinzu kommt ein gesellschaftliches Klima, das uns Sorgen macht:

Ein zunehmender Rechtsruck und erstarkende antifeministische Strömungen greifen genau die Rechte und Freiheiten an, für die wir kämpfen.

 

Aus Wut wurde Handlung:

Am 10. November 2024 wurde zum ersten „Pinken Tisch“ ins Bierstübchen eingeladen. 17 Frauen kamen. Aus diesem ersten Treffen entstand das Pinke Kollektiv.

 

Seitdem ist viel passiert:

Wir haben uns organisiert, vernetzt und sind gewachsen. Anfang 2026 wurden wir offiziell als Verein eingetragen.

Heute sind wir ein aktives Kollektiv in Mainz.

Wir veranstalten regelmäßige Stammtische, gehen auf Demonstrationen, halten Redebeiträge, organisieren Workshops – zum Beispiel beim Stadtgefühle Festival zum Thema öffentlicher Raum – und bringen unsere Perspektiven in Podiumsdiskussionen ein.

 

Wir sind laut.

Wir sind unbequem.

Und wir bleiben.

 

Unsere Vision:

Eine Stadt, in der sich alle sicher bewegen können.

Ein öffentlicher Raum, der nicht ausschließt.

Strukturen, die schützen – und nicht erst reagieren, wenn etwas passiert.

 

Das Pinke Kollektiv steht für feministische Solidarität, Sichtbarkeit und Veränderung.